Die Drewenz – ein Kleinod in Polen, von Klaus Heine

20.05.2015

Der leidenschaftliche DIALOG-Leser und Kanu-Fahrer Prof. Dr. Klaus Heine aus Wilhelmshaven, Mitglied der DPG Oldenburg, möchte interessante Eindrücke seiner Kanu-Wanderfahrt in Polen mit unseren Lesern und Mitgliedern teilen. Die nächste Wanderfahrt auf der Drewenz, der Weichsel und einigen Seen wird in den ersten zwei Wochen des August stattfinden. Prof. Heine ist gerne bereit, mehr Informationen zu liefern, seinen Artikel und alle wichtigen Daten finden Sie im Anschluss.

 

Klaus Heine    

Die Drewenzein Kleinod in Polen    

In Polen gibt es sehr schöne, erlebnisreiche Flüsse, Flüsschen und Seen. Von Masuren hat sich das nun wohl schon etwas herumgesprochen. Dort ist der Tourismus nun auch gut entwickelt. Vor einiger Zeit konnte ich das auf der Krutynia/Kruttinna genießen. Doch dass südwestlich davon ein ebenso herrliches Urlaubsgebiet existiert, war mir nicht bekannt, bis ich an einer von polnischen Kanuten organisierten Tour teilnehmen konnte. Man lernt immer noch etwas dazu. Der ästhetische Aspekt solcher Fahrten ist nicht zu verachten, aber sie sollten auch unter einem weiteren Gesichtspunkt betrachtet werden – ich könnte es politisch nennen oder noch etwas hochtrabender: die Völkerverständigung. Denn wie wir nun nach Frankreich ohne Vorbehalte selbstverständlich fahren, so können wir de facto auch nach Polen fahren und uns dort bewegen. Doch es scheint da gefühlsmäßig immer noch Schranken zu geben, deswegen ist die aktive Teilnahme an solch einer Gemeinschaftsfahrt überhaupt nicht hoch genug einzustufen. Freundschaft, Verstehen und gegenseitige Einladungen sind ein wichtiger Faktor. Dabei kann man Erholung und Geschichte wunderbar verbinden.

Die Geschichte der letzten 800 Jahre ergreift uns faszinierend an vielen Stellen, Orten, Flüssen und Seen. So paddelten wir auf dem Flüsschen Drwęca/Drewenz, welches 100 Jahre lang die Grenze zwischen Preußen und Russland war. Es gibt da Burgen und Schlösser aus der Zeit des Deutschen Ordens, welche allerdings auch noch lange Zeit nach seiner Niederlage bei Tannenberg 1410 (Grunwald) gebaut wurden! Ferner hier wie dort führten Kleinstaaterei und Fürstenwillkür zu langen Perioden des Niederganges. Auch Teilung und Vertreibung sind beiden Völkern gleichsam bekannt.

Die Drwęca/Drewenz beginnt bei Ostróda (Osterode, Ermland) und schlängelt sich als Kleinfluss durch Wälder und Auen, sehr naturbelassen. Ein großer Teil ist und steht unter Naturschutz. Es macht den Reiz der Fahrt aus. Sie wendet sich dann nach Westen und mündet nach 210 Kilometern in die Weichsel, 8 Km. vor Toruń (Thorn). Unsere Fahrt, die ich hier für die interessierten DIALOG-Leser schildern will, begann allerdings etwas neben der Drewenz, im Seengebiet nördlich von Brodnica. Sie endete dann bei Chełmno (Kulm) an der Weichsel nördlich von Bydgoszcz (Bromberg) nach 80 Kilometern Fahrt auf der Weichsel. Es war also alles dabei: Drei Tage malerische Seen, dann 110 Kilometer Drewenz mit nicht schlechter Strömung und Natur pur, und schließlich ca. 80 Kilometer auf der Weichsel, als Großfluss gut strömend – insgesamt waren es 252 Kilometer.

Lech Bolt, der Vorsitzende des KTW (Klub Turystów Wodnych, Wassertouristenclub) und Organisator der nun 54! Touren empfing uns freundlich. Zusammen mit 12 weiteren Teilnehmern aus Holland, Belgien, Deutschland und England konnten wir in der Sporthalle des alten Kasernen-Traktes übernachten und brauchten nicht zu zelten. Zu zahlen waren insgesamt 200 € für 14 Tage: für Organisation, Aufenthalt, alle Transporte und täglich 1warmes Essen, Tee u. Kaffee frei – alles inklusive, finanziell eine einzigartige Leistung!

Ideengeber und Initiator der Teilnahme an der Drewenz-Fahrt war Wilfried, der diese Fahrt nun schon zum vierten Mal mitmachte. Auch Familie Hartmut und seine Frau Armgard (Berlin) hat er mitgerissen. Wir trafen uns also in Berlin, packten alle Sachen in den großen Bulli, um dann am 29. Juli nach Chełmno (Kulm) zu fahren. Die Straßen dort sind ja nicht schlecht, aber es gibt ja auch viel Verkehr. Die Autobahn nach Poznań ist mittlerweile fertig, also geht es viel schneller. Wir kamen gegen 18.00 Uhr in Chełmno (Kulm) an. Der Kanuverein ist im Zentrum der Stadt in einer weitläufigen Kasernenanlage zu finden.

 

Beginn der Fahrt

Es geht dann offiziell los: Boote aufladen, Gepäck verladen auf den LKW, denn die Autos bleiben hier stehen – gut bewacht. Zwei Busse stehen zur Personenbeförderung der nun durch die Einheimischen verstärkten Truppe bereit. Doch um 10.00 Uhr findet erst einmal ein offizieller Empfang statt. Und das richtig. Die Militärkapelle spielt, eine Tanzgruppe tanzt dazu. Es gibt vier Begrüßungsansprachen, u. a. von Lech Bolt.

Nach 1,5 Stunden Fahrt geht es zum ersten Startpunkt: Partęczyny. Gleich, zum Einstimmen, wird erst einmal eine Runde gepaddelt – zum Nachbarsee Łąkorz, 7 Kilometer und zurück. Um 16.30 Uhr steht eine köstliche Suppe bereit. Alsdann ist Zelte-Aufbauen und Einrichten angesagt. Das Wetter spielt mit. Der Sonntag ist schon ein Ruhetag zum Eingewöhnen und Kennenlernen. Es darf auch ein Spaziergang zum nächsten Kiosk und oder Eisladen sein. Doch um 11.00 Uhr gibt es von einer Bühne Volksmusik und wieder einen feierlichen Empfang der hiesigen Bezirksverwaltung und des Fremdenverkehrsamtes. Denn eine Touristengruppe von knapp 90 Leuten ist doch schon ein Ereignis. Um 15.00 Uhr wird ein Gottesdienst, eine Messe im Freien ganz zünftig „kanumäßig“ gefeiert. Es ist bewegend.

 

Geschicklichkeitsprüfung

Um 10.00 Uhr geht es dann, nachdem das Gepäck auf dem LKW verladen ist, weiter nach Bachotek über die Seenlandschaft. Gutes Wetter ist vorhanden. Doch schon bald ist die erste Herausforderung da: mühsames Umtragen und Aussteigen, oder unter der nur wenige 50 cm niederen Brücke hindurchtasten. Das heißt: in das Boot kriechen/hineinrutschen und sich dann die 6 oder 8 m unten hindurchtasten. Es hat geklappt (man sollte diese Übung vielleicht in die EPP 2-Geschicklichkeitsprüfung für Fortgeschrittene mit aufnehmen!). Nach einer weiteren Stunde ist eine Staustufe an einer alten Mühle. Da ist Rast angesagt, bevor es nach dem Umsetzen weitergeht.

Die Weiterfahrt, d.h. das Einsetzen ist für meine Verhältnisse wieder ein Abenteuer. Am guten Stege muss man aber mit der schnellen Strömung einsteigen. Es ist Enge, gleich dahinter Kurve und dann ein Baum quer! Auch da nur 50 cm Durchfahrtshöhe. Manch einer musste da schon ins Wasser beißen! Ein extra dort abgestellter Helfer half uns hindurch. Um 16.00 Uhr gibt es dann wieder ein gemütliches und gutes Essen in Bachotek. Alsdann Zeltaufbauen und guten Abend.

Am nächsten Tag geht es ab 10.00 Uhr bei gutem Wetter ab in geschlossener Formation, der Pilot vorneweg, niemand darf ihn überholen. Zuletzt ein ebenfalls sehr erfahrener Paddler, der „Lumpensammler“, der auf jeden Fall bei Problemen den Zurückgebliebenen helfen kann. Außerdem gibt es noch ein bis zwei fleißige Helfer, die bei problematischen Durchfahrten oder eventuellem Herumtragen aktiv helfen. Durch Handy verbunden ist so die Organisation perfekt und reibungslos eingespielt. Wir fahren mit ca. 40 Booten jetzt über die Seen Bachotek – Zbiczno – Ciche. Dort mit einer Pause und wieder zurück – aber auf dem kilometerlangen Verbindungsflüsschen bzw. Kanal. Der letzte war voll verkrautet. Auf dem Teppich aus Algen und diversen Wasserpflanzen konnte man nur mühsam fahren. Aber auch das gehört zur Naturerfahrung der so malerischen und ruhigen Natur dazu.

Am Abend: Lagerfeuer und Singen. Da gab es noch eine ganz besondere Einlage. Wir sahen eine Schwanenfamilie auf dem See, als ein fremder Schwan herankam, einen Kampf inszenierte, der wie ein Tanz begann. Dann wurde es aber ganz dramatisch, der eine gewann, der andere musste abziehen.

 

Weiterfahrt nach Brodnica

Wieder um 10.00 Uhr starten wir die Weiterfahrt nach Brodnica, man kann sagen, zu der kleinen Bezirkshauptstadt. Zuerst fahren wir über den See von Bachotek und einige Kilometer von Kanal und Wald bis zu einer Absperrung, einer kleinen Stufe, bei der die Kanus umgetragen werden müssen. Das ist relativ umständlich, aber für die Gruppe eine schöne Pause, für die Helfer hingegen eine schwere Schufterei. Doch dann sind wir endlich auf der Drewenz – mit guter Strömung. Sie führt uns sehr kurvenreich durch eine schöne Wald- und Wiesenlandschaft, bei Brodnica erst in langem Bogen durch und um die Stadt herum, ehe wir dann auf den privat geführten, recht interessanten und sauberen Campingplatz gelangen.

Wieder war es ein offizieller Ruhetag mit Stadtbesichtigung, Empfang des Bürgermeisters und des Touristik-Stadtrates, am Nachmittag ein Fußballspiel gegen eine Heimatauswahl, am Abend war dann gemütlich der Zeltplatz zu genießen. Das Wetter spielte sehr gut mit.

 

Improvisationsgenies

Abfahrt auf dem Flüsschen. Es läuft bei guter Strömung trotz enger Kurven. Hinter einer Kurve liegt ein Baum quer – quer zur Strömung! Man muss da durch ein enges Loch fahren! Trotz aktiver Helfer und Hilfeleistung gehen einige baden. Die Passage dauert fast eine Stunde. Mir reißt es bei der zwar gelungenen „Baumdurchfahrt“ eine Steuerleine ab. Nach 500 Metern kann mir Jan, ein Holländer, wenigstens das schiefe Steuer aushängen. So fahre ich dann 3 Kilometer ohne Steuerung bis zu einer provisorischen Ausstiegsstelle mühsam durch. Dort, am Steilufer, ziehen wir dann das Boot die 8 Meter hoch und nach ca. halbstündiger Reparatur kann es dann mit Behelfsseil wieder weitergehen. Keine Pause jetzt! wir müssen doch endlich weiter … Paddler sind ja flexibel und improvisationsreich!

Auch improvisiert ist dann der nächste Zeltplatz mitten im Walde bei Smolniki. Denn als klar wurde, dass die Strecke zum nächsten Städtchen doch für viele zu lange war, hat noch 10 Tage vorher Lech den Organisationsplan geändert, mit dem Förster eine Wiese ausgesucht und hier kurzerhand den gesamten Tross dahin dirigiert. Eine Leistung! Auch ein Toi-Toi Klo war mit präsent.

 

Zeitvertreib Slalomfahrt

Der nächste Abschnitt der Drewenz ist auch kurvenreich und interessant. Nachts hatte es geregnet und noch am Morgen war es regnerisch-feuchtes Klima. Zum Glück wurde es aber dann besser. So umgeben uns zahlreiche Libellen und Schmetterlinge. Auch hier gibt es wieder eine problematische Stelle, wo man nur mit einem Helfer durchkommt. Doch nach nicht allzu langer Fahrt kommen wir in Golub-Dobrzyń rechtzeitig an. Da dann am Nachmittage viel Zeit ist, wird ein Wettkampf inszeniert: Slalomfahrt auf dem Fluss.

 

Intensives Programm

Hier ist nun Zeit für ein intensives Programm: Die geplante Schlossbesichtigung mit Kirche und Führung fallen ins Wasser wegen einer wohl völlig überforderten Politesse. Ich gehe dann allerdings durch die Stadt, die so ruhig in der Mittagshitze da liegt. Aber Geschichte ist auch hier sehr spürbar. Denn die Drewenz war nach der dritten Teilung Polens über 100 Jahre die Grenze von Preußen zu Russland. Nun ist tiefer Frieden nach zwei explosionsartigen Weltkriegen. Auch ein Denkmal hier trifft mich zentral. Erinnert wird an die Jahre 1939 –1956, an den Terror unter Hitler und Stalin! Mich ergreift da das Gefühl für Frieden, wie wir ihn jetzt mit Frankreich, Spanien und Italien hatten. Nun ist es auch hier Tatsache. Wir müssen doch dafür sehr dankbar sein. Ich fahre ja gerne auf der Drewenz, dieser Grenze, die nun nicht mehr existiert und bedeutungslos geworden ist. Ich kann auch hier in dieser Kleinstadt bei Lidl einkaufen! So ändern sich die Zeiten. Das finde ich sehr schön. Ein warmes Gefühl habe ich, unabhängig von der heißen Sonnenstrahlung.

Sehr ausführlich findet die Neptuntaufe für die Wassersportler statt. Mit vielen Stationen hat man seine Qualifikation zu erweisen und zu bestehen, bis dann ein Preis und Anerkennung mit Urkunde winken.

Am nächsten Tage war die Strecke dann nach Ciechocin zwar wieder sehr schön und romantisch das Flüsschen entlang, doch spielte das Wetter nicht ganz so gut mit. Anfangs instabil, gab es dann Wolkenbruch und längeren Regen. Mancher hatte da nicht schnell genug die Regenkleider zur Hand. Am Nachmittag gab es wieder einen Empfang, Volksmusik mit Tanz und Kunst.

Und nicht zuletzt gab es eine köstlich hergemachte Essenstafel mit Suppe, Hühnchen und Bratkartoffeln mit Salaten sowie einen Nachtisch. Es war wieder einmal umwerfend – beeindruckend die Gastfreundschaft.

Die letzte Etappe auf der Drewenz zeigt an manchen herabgesunkenen Bäumen abgefressene Rinde, was auf die Anwesenheit von Bibern schließen lässt. Zur Mittagsrast gibt es wieder eine Überraschung: Bei der Umtragestelle der letzten Staustufe Lubicz gibt es eine Pause, einen feierlichen Empfang mit Blaskapelle und Volksmusik. Zur körperlichen Ergänzung wird auch noch leckere kräftige Suppe gereicht – wieder nicht nur Tourismus, sondern polnische Gastfreundschaft. Ferner: Ein mir unbekannter Mann (Chorleiter und Mitglied des Empfangskomitees) kommt auf mich zu und lädt mich zu sich nach Hause ein; eine Woche! Es ist eine dauernde Freundschaft daraus geworden.

 

Starker Gegenwind

Nach einigen Kilometern wird die Strömung immer schwächer, bis sie ca. 5 Kilometer vor der Mündung nur noch flaches Land fast stehenden Wassers ist. Auf der Weichsel geht es nun flott zu, mit ca. 6 km/h Strömung. Der Fluss ist hier schon ca. 200 Meter breit. Jedoch noch mehr als flott ist auch der Wind auf diesen letzten 8 Kilometern bis Toruń/Thorn. Bald ist es fast Sturm. Erst hart von der Seite, dann ist es Gegenwind von der übelsten Sorte. Es wird zu einem harten, sehr harten Kampf. Natürlich bin ich wieder der Letzte. Man denkt dazu: „Herr, schütze uns so wie wir sind,/ vor Donnerschlag und Gegenwind!“ Die hiesige sehr aufmerksame Wasserpolizei und Rettungsboote konnten und wollten mich aufnehmen. Aber nein, es wird gekämpft, zentimeterweise! Bis es dann endlich doch geschafft ist, in Toruń ist der rettende Hafen. Ich bitte noch nachträglich alle Helfer um Vergebung, am nächsten Tage habe ich die Rettungsweste sehr gerne und schuldbewusst angezogen. Das auch hier sehr leckere Abendessen musste noch lange warten, wir waren zu erschöpft. Danach schlief man aber gut.

 

Toruń / Thorn

In Toruń machten wir wieder einen Ruhetag und erholten uns. Der Spaziergang am Morgen vermittelte uns den schönen Eindruck von gepflegten Anlagen, von der sauberen Innenstadt mit Fußgängerzone und Geschäften mit reichhaltigem Angebot auch der oberen Preisklasse. Aber auch hier sah man deutsche Handelsketten. Die Stadtführung hier ist sehr informativ: Die Bauwerke zeugen von der bewegten Stadtgeschichte. Noch lange nach der Schlacht von Tannenberg 1410 waren Handel und Gewerbe durch den Deutschen Orden bestimmt. Man schätzt dies zu 80–90% der gesamten Masse. Auf Nikolaus Kopernikus wird an vielen Stellen aufmerksam gemacht: in Straßennamen, an der Universität und an einigen Denkmälern. Wir erfuhren viel über seinen Lebenslauf, die Familienverhältnisse und überhaupt einiges über die damaligen Lebensumstände. Nach dem Mittagessen gab es wieder einen Empfang im Rathaus mit Geschenken und einem Infopaket der Stadt. Mir als ältestem Teilnehmer wurde wieder einmal besondere Aufmerksamkeit zuteil. Es war bewegend.

Am Abend ging ich alleine los, um mir alles noch einmal anzusehen. Es war gerade Stadtfest – das Fest der Lichter! Beachtlich, an ca. sieben Stellen waren künstlerische Großprojekte installiert. Sehr interessant und geschmackvoll.

 

Auf der Weichsel

Der Fluss hier ist bis zu 300 Metern breit. Er fließt recht zügig bis schnell. Die Berufs-Schifffahrt ist, soweit ich es erkenne, gleich Null. So hatten wir freie Fahrt, das Gewässer für uns alleine. Die Landschaft ist flach, der Fluss schlängelt sich in weiten Kurven dahin. So waren die 27 Kilometer ohne Pause bis nach Solec Kujawski bald geschafft. Hier ist ein guter Steg, professionell und gut ausgebaut. Es ist ein Stützpunkt der Wasserrettung und Aufsicht.

Alsdann, auch hier gab es wieder eine Musikgruppe und Volksmusik. Ausreichend Sitzbänke wurden aufgestellt. An einem Stand wurden gegrillte Würstchen und frisches Bier verkauft.

Dann war wieder ein Ruhetag. Es gab Besichtigungen und einen Stadtrundgang. Denn am kommenden Tag war eine längere Strecke zu bewältigen. Doch darüber hinaus war es auch ein Tag der Besinnung, bevor es bei der Rückkehr in Chełmno Einpacken und eine Abschlussfeier mit offizieller Verabschiedung gibt.    

 

Die längste Strecke

Die alsdann letzte und längste Strecke geht dann von Solec Kujawski nach Chełmno, der Endstation. Sie ist 45 Kilometer lang. Doch auf der gut fließenden Weichsel ist dies recht zumutbar. Allerdings starteten wir deswegen dann schon um 8.30 Uhr bei regnerischem und trübem Wetter. Erst im Tagesverlaufe wurde es langsam besser. Um 13.30 Uhr konnten wir am Ufer von Chełmno landen. Auf dem Fluss waren wir wieder praktisch allein. Lediglich einmal gab es eine Arbeitsstelle im Wasser bei Bydgoszcz und einmal kam uns eine Schute entgegen. Das war der ganze Schiffsverkehr auf der Weichsel und ist wohl auch ein Abbild der wirtschaftlichen Entwicklung.

Am Abend gab es eine wahrhaft großartige Zusammenkunft und die Verabschiedung. Es war eine Feier – mit Rekapitulieren der gemeinsamen Tage. Für die Gruppen und Betreuungsleistung wurden Pokale übergeben. Mit Singen und Ansprachen endete der Abend im Vereinsheim. Allerdings gab es auch eine große Gruppe die, auch ohne Lagerfeuer, dann draußen noch bis lange nach Mitternacht weiter feierte. Wir aber gingen schlafen in der Turnhalle, weil die Rückfahrt am nächsten Tag auch recht lange war.

 

Kanu – Wassersport, Tourismus in Polen

Die nun über 50 Mal organisierte Fahrt über Seen, Drewenz und Weichsel kann als voller Erfolg gefeiert werden. Sie hält bei dem Vergleich mit den Fahrten auf anderen Flüssen wie der Elbe oder der Weser mühelos mit. Landschaftlich ist sie ähnlich Mecklenburg-Vorpommern oder Masuren, interessant und schön. Jedoch ist sie einzigartig in der Art der Organisation, dass nämlich jeden Tag ein warmes Essen geboten wird sowie Tee und Kaffee zur Verfügung stehen; man braucht die Boote nicht mit schwerem Gepäck zu beladen, dies übernehmen LKWs.

Es ist darüber hinaus noch festzustellen, dass touristische Darstellung und Begleitung ebenfalls hervorragend und sehr informativ ist. Die offiziellen Empfänge, die kulturellen Darbietungen und Spiele sind beeindruckend und zeugen von 50-jähriger Erfahrung.

Aber natürlich darf und soll auch nicht verschwiegen werden, dass für den Normalbürger die Sprachhürde gewaltig ist. Auch sind die ca. 1000 Kilometer Anfahrt aus dem Westen keine Kleinigkeit für eine Einzelperson. Andererseits sind Beweglichkeit und die heutigen Möglichkeiten der Kommunikation so gut, dass ein derartiger Urlaub leicht machbar und vertretbar ist. So gibt es Fernbusverbindungen wie z. B. „Eurolines“ oder „Sindbad“, die die Fahrt dorthin (Bydgoszcz) und zurück für insgesamt ca. 100,00 € anbieten. Boote kann man dann dort leihen (Internet).

2015 findet dann die 55. ICF-Fahrt statt. Es ist zu hoffen, dass es noch lange so weitergehen kann bzw. dass die Organisation dazu noch lange funktioniert. Siehe auch bei DKV-Sportprogramm: „Polen“ www. Kanu.de/Sportprogramm2015

Weitere Auskünfte in Deutschland auch bei:

Prof. Dr. Klaus Heine

Peterstr. 10a

26382 Wilhelmshaven

Tel: 04421-44526; Fax: 04421 7794766

Email: klaus.heine@ewetel.net

HP: http://www.jerusoftware.de/klgeheine

 

 

Kurz-Info :

Jährliche Wanderfahrt 252 Kilometer in Polen (international, Anfang bis Mitte August). Es sind: 70 Kilometer Seen, 100 Kilometer auf der Drewenz, 80 Kilometer auf der Weichsel. Sehr gute Organisation, 1warmes Essen pro Tag, Gepäcktransport, Kultur. „Senioren- und familienfreundlich“, wenig Stress.

 

Info: https://ktwc.pl

Email: ktwchelmno@onet.eu  

Siehe auch:

http://ktwc.pl/55-miedzynarodowy-splyw-kajakowy-pojezierzem-brodnickim-drweca-wisla/

http://www.gleitznet.de/kcstm/?q=55-internationale-kanutour-polen-0

http://ktwc.pl/55mskde/

 

55. Międzynarodowy Spływ Kajakowy „Pojezierzem Brodnickim, Drwęcą, Wisłą”, „od KAJtka do KAJetana”

Die 55. Internationale Kanu-Wanderfahrt
„Seen Brodnica – Drewenz – Weichsel”

1.–15. August 2015 

 

01.08. Samstag, 10.00 Uhr – Begrüßungsfeier (Bei: Chełmno, Biskupia-Str. 16).

Dann ca. 12.00 Uhr Transfer zum Dorf Tereszewo auf den Campingplatz am

Freizeitzentrum „Partęczyny“ am See Wielkie Partęczyny.
02.08. Sonntag: Seen Wielkie Partęczyny – Łąkorz – Wielkie Partęczyny: 14 km
03.08. Montag: See Wielkie Partęczyny – See Bachotek: 15 km
04.08. Dienstag: See Bachotek – See Ciche – See Bachotek: 26 km
05.08. Mittwoch: See Bachotek – Brodnica: 19 km
06.08. Donnerstag: Brodnica (Ruhetag)
07.08. Freitag: Brodnica – Pusta Dąbrówka – Golub-Dobrzyń: 48 km                                
08.08. Samstag: Golub-Dobrzyń (Ruhetag)                                                  
09.08. Sonntag: Golub- Dobrzyń – Elgiszewo: 20 km
10.08. Montag: Elgiszewo (Ruhetag)
11.08. Dienstag: Elgiszewo – Lubicz – Toruń : 38 km
12.08. Mittwoch: Toruń (Ruhetag)
13.08. Donnerstag: Toruń – Solec Kujawski: 27 km
14.08. Freitag: Solec Kujawski (Ruhetag)
15.08. Samstag: Solec Kujawski – Chełmno: 45 km

                                                           Die Gesamtlänge der Strecke: 252 km

 

Es besteht die Möglichkeit, nur einen Teil der Strecke mitzufahren.

Anmeldeschluss und Einzahlung bis: 20.07.2015

Kosten (ohne Anreise): 200,00 €

 

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