30 Jahre DPG Verden

15.05.2015

Festveranstaltung in der Verdener Stadtbibliothek

 

Verden. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Verden (DPG) feierte am Freitag im Vortragssaal der Verdener Stadtbibliothek vor zahlreichen Gästen ihr 30jähriges Bestehen. Darunter Roswitha Urbanski, die vor 30 Jahren bei der Gründung der DPG-Verden dabei war und dem ersten DPG-Vorstand angehörte. Auch der Achimer Ratsvorsitzende Hans-Jürgen Wächter wurde von Heinz Möller herzlich begrüßt. Wächter hatte nämlich als ehrenamtlicher Landrat viel dazu beigetragen, dass sich die Beziehungen zwischen Landkreis Verden und der polnischen Woiwodschaft Lubuskie so eng und freundschaftlich entwickelt haben.

 

Nach der Begrüßung  durch den DPG-Kulturbeauftragten Anton "Toni" Werle referierte die 1. Kreisrätin des Landkreises Verden, Regina Tryta, über die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Stadt und Landkreis Verden und der polnischen Partnerregion. Dabei bezeichnete sie die DPG-Verden unter anderem als Brückenbauer der deutsch-polnischen Beziehungen und lobte die weit über 300 Hilfstransporte, die die DPG-Verden mittlerweile nach Polen durchgeführt hat. Sicher bundesweit einmalig, was hier ehrenamtliches Engagement mit Unterstützung des Landkreises Verden von der Zeit des Kriegsrechtes und bitterer Armut in Polen bis heute auf die Beine zu stellen vermochte, hob Tryta hervor.

 

Danach bot die DPG-Verden im Rahmen der 30. Geburtstagsfeier den Gästen einen interessanten Licht-

bildervortrag an. Präsentiert wurde die Dia-Schau von dem aus Zielona Gora stammenden Dolmetscher und Übersetzer Mgr. Jerzy Bielerzewski. Er ist Leiter des Instituts für Fremdsprachen an der Fach-

hochschule Sulechow und Tourismusexperte. Der Bildervortrages begann mit einer Vorstellung von  Verdens polnischer Partnerstadt Zielona Gora (Grünberg), die nach der diesjährigen Gebietsreform auf 138 000  Einwohner angewachsen und jetzt Polens sechst größte Stadt ist.

 

Anschließend folgen Bilder aus dem wunderschönen Wroclaw (Breslau) zur Einstimmung auf das Jahr 2016, dann ist Breslau nämlich Europäische Kulturhauptstadt. Abschließend wandelt Jerzy Bielerzewski mit den DPG-Freunden auf Rübezahlsspuren bildlich durch die Region des Riesengebirges. Er erhielt für seine Darbietungen starken Applaus und die Bitte, bald wieder mit einem Vortrag nach Verden zu kommen.

 

Anton Werle ließ es sich nicht nehmen, ausfühlich über die Gesichte der DPG-Verden zu informieren. Im Mai 1985 wurde die DPG-Verden zur Zeit des Kriegsrechtes und bitterer Armut in Verden gegründet. Ziel war es, insbesondere durch Hilfsgütertransporte, inzwischen sind es weit über 300 geworden, den Menschen in dem Nachbarland zu helfen und den Gedanken der deutsch-polnischen Freundschaft und Verständigung voranzubringen. Im 30. Jubiläumsjahr hat die  DPG  mehr als 40 Mitglieder, davon sind über zwanzig auch als Fahrer der Hilfstranporte aktiv.

 

Der Verein hat in dieser Zeit eine eigene Art und Strategie entwickelt, um den Gedanken der Verständigung zwischen Angehörigen beider Staaten voranzubringen. Dabei erinnerte Anton Werle auf eine Vielzahl von Aktivitäten mit den Ziel, die Aussöhnung mit Polen weiterzuverfolgen, die Menschen zusammenzuführen und dass diese sich kennen- und schätzenlernen.

 

Durch diese Aktivitäten kam es 1993 zu einer offiziellen Städtepartnerschaft zwischen Verden und der dama-

ligen niederschlesischen Bezirkshauptstadt Zielona Gora, dem einstigen Grünberg in Niederschlesien. Heute ist Zielona Gora neben Landsberg an der Warthe eine der beiden Hauptstädte der Woiwodschaft Lubuskie (Lebuser Land) und hat  138 000 Einwohner, ist außerdem Universitäts- und Bischofsstadt. Diese Städte-

partnerschaft wurde von der DPG-Verden immer positiv begleitet und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefördert.

 

Neben der Durchführung der von Heinz Möller seit 1989 geleiteten und organisierten Hilfsgütertransporte als Herzstück - in diesem Zeitraum allein 282. Großtransporte - wofür Möller 2007 mit der Ehrenbürgerschaft Zielona Goras ausgezeichnet wurde, standen immer wieder kulturelle und politische Veranstaltungen auf dem Programm. "Mit diesen Veranstaltungen versuchen wir immer wieder, Polen und die polnische Kultur den Deutschen und speziell den Kreisverdenern näherzubringen", so Werle.

 

Dies sei auch weiterhin eine wichtige Aufgabe und fast unendliche Geschichte, weil in Deutschland viel zu wenig über Polen bekannt und oftmals das mangelnde Wissen mit Vorurteilen belegt sei, ergänzt DPG-Sprecher Heinz Möller. So erinnerte er an diverse Dia-Vorträge der DPG-Verden über unterschiedliche Landschaften in Polen - von der Ostseeküste, der Region Lubuskie, Polens alte Residenzstadt Krakau, der Region um die heutige Hauptstadt Warschau und eine Bilderreise entlang des stillen Bug.

 

Intensiv debattiert wurde auch ein Filmbeitrag über das Schicksal polnischer Widerstandskämpferinnen gegen die Nazi-Besatzer und deren Greultaten. Besondere Verdienste um den Schüleraustausch hat sich in den vielen Jahren der leider im letzten Jahr verstorbene Berufsschullehrer und SPD-Kommunalpolitiker Rolf Urbanski erworben.

 

In den zurückliegenden drei Jahrzehnten konnte die DPG-Verden auf Dialogveranstaltungen auch die frühere DPG-Präsidentin und heutige Ministerin Angelika Schwall-Düren, den Botschafter der Republik Polen Janusz Reiter, die CDU-Europapolitikerin Brigitte Langenhagen, den christdemokratischen Europa-Experten Wilhelm Hogrefe, den ehemaligen Bundebauminister Karl Ravens und die frühere Niedersächsische Frauenministerin Christina Bührmann begrüßen. Der heutige Landrat Peter Bohlmann zählte in früheren Jahren zum Team der DPG-Hilfstransporte.

 

Auch Folklore und Musikgruppen aus Polen weilten auf Einladung der DPG in Verden. Dazu gab es etliche Kunstausstellungen mit Bildern polnischer Künstlerinnen und Künstler in Verden, die von der DPG orgnisiert wurden. Solche Kontakte bestehen auch heute noch.

 

"Auch im vierten Jahrzehnt unseres Bestehens ist es unser Ziel, die Begegnung von Menschen beiderseits der Oder zu fördern, weiterhin zum Aufbau besserer sozialer Strukturen in unserer Partner-Woiwodschaft Lubuskie beizutragen und das Zusammenwachsen eines geeinten Europas auf vielen Ebenen zu unterstützen", bekräftigte Möller. Dabei vergass er nicht, insbesondere den zahlreichen Förderern zu danken, die insbesondere die Benzinkosten für die Hilfstransporte sicherstellen, denn allein für die Spritkosten müssen jährlich rund 25 000 Euro eingeworben werden

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